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Es ist das Skript für Social-Media-Marketing der IU-Akademie zu sehen. Dieses liegt auf dem Schreibtisch von Martin.

Social-Media-Leitfaden für Einsteiger: So startest du professionell mit Social-Media-Marketing.

In diesem Einsteiger-Leitfaden findest du folgenden Input zum Social-Media Marketing:

Viele Menschen starten mit Social Media spontan: schnell ein Instagram-Profil erstellen, ein paar Beiträge posten und hoffen, dass die Kunden quasi von selbst kommen. Doch das funktioniert nicht mehr. Die Folge ist Frust und der klassische Satz: „Social Media funktioniert für uns nicht.“ Damit dir das nicht passiert, habe ich hier einen Social-Media-Leitfaden für dich.

Es ist falsch, dass Social-Media-Marketing nichts bringt. Der Grund, dass das gerade nicht funktioniert, ist planloses Posten Dazu zählt:

  • Austauschbarer Content, den es schon hundertfach gibt.
  • Inhalte, die KI-Generiert sind und statt Vertrauen eher das Gefühl von Täuschung wecken.
  • Die zwanghafte Suche nach dem neusten Trend, der aber kein Stück Umsatz bringt.

Wie fange ich mit Social-Media-Marketing an?

Der Einstieg ins Social-Media-Marketing muss weder kompliziert noch teuer sein. Was du brauchst, ist eine saubere Basis und eine Content-Strategie. Entscheidend ist vor allem, strukturiert zu starten und typische Anfängerfehler zu vermeiden. Dieser Social-Media-Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du professionell mit Social Media anfängst.

Du findest hier die 5 Punkte, die deinen Social-Media-Auftritt nachhaltig erfolgreich machen. Dazu zählt:

  1. Welche Basis brauche ich vor dem ersten Post?
  2. Wie finde ich den richtigen Kanal?
  3. Wie erstelle ich ein gutes Profil?
  4. Welche Technik brauche ich für Social-Media-Marketing?
  5. Welche Tools und Programme sind wichtig?

Was ist wichtig, bevor ich mit Social-Media-Marketing anfange?

Wenn ich ein Unternehmen oder einen Auftritt neu aufbaue, achte ich auf drei Dinge:

  1. Das Impressum.
  2. Die Kommentarrichtlinien, oft auch Netiquette genannt.
  3. Den Krisenplan

Das Impressum

Wir leben in Deutschland und Bürokratie ist unser täglicher Begleiter.   Also fange ich mit dem Langweiligsten an:

Du brauchst ein Impressum, wenn du Social Media als Unternehmer nutzt und eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgst. Hast du das nicht, besteht die Gefahr einer Abmahnung durch einen Konkurrenten. Dieses Risiko hast du auch, wenn du einen Fehler im Impressum hast. Deshalb mein Rat: Schau einmal im Quartal, ob es aktuell ist.

Häufig sieht man im Impressum einen Verweis auf § 5 TMG. TMG steht hier für das Telemediengesetz. Dieses wurde aber am 14. Mai 2024 durch das DDG (Digitale-Dienste-Gesetz) abgelöst.

Wenn du jetzt noch den § 5 des TMG im Impressum hast, ändere das bitte.

Achte auch darauf, dass dein Impressum von jedem Kanal aus leicht erreichbar ist. Es dürfen maximal zwei Klicks sein. Wenn du ein Cookie-Banner hast, halte ich es für eine gute Idee, wenn du das Impressum dort anklickbar einfügst, sonst schaffst du unnötige Wege.

Beachte bitte, dass meine Tipps zum Impressum keine Rechtsberatung sind, sondern Inhalte aus meiner Social-Media-Marketing-Spezialisierung. Die Rechtsprechung kann sich hier schnell ändern. Daher kann ich dir sagen, was mein aktueller Wissensstand ist, aber keine Garantie im rechtlichen Rahmen abgeben. Um dich abzusichern, solltest du bei Unsicherheiten immer deinen Anwalt um Rat fragen.

Die Kommentarrichtlinien, auch Netiquette genannt

Auf Social Media kann kommentiert werden. Was auf der einen Seite großartig ist, weil du eine Community aufbauen kannst, kann auch mal ungemütlich werden. Denn leider gibt es auch Menschen, die online scheinbar ihren Anstand verlieren. So kann es zu Beleidigungen, Falschbehauptungen oder gar kriminellen Äußerungen kommen.

Das Bild zeigt die Netiquette von Content Labor. Davor hält Martin seinen Daumen hoch.

Die Kommentarrichtlinien geben an, was auf deinen Kanälen gewünscht wird und was verboten ist. Wenn Menschen beleidigend, respektlos und diffamierend sind, musst du nicht diskutieren. In diesem Fall halte ich es für gerechtfertigt, Kommentare zu entfernen und Kommentierende auch zu blockieren. Das hat nichts mit Zensur zu tun sondern mit Anstand. Meine Netiquette habe ich unten auf meiner Website eingebunden. Schau sie dir gerne mal an. Anders ist das bei einer regen Diskussion oder gar einem Shitstorm. Aber auch dazu liefere ich dir gleich die Lösung.

Der Krisenplan

Wenn ein Shitstorm aufkommt, sollte man einen kühlen Kopf behalten. Weil das nicht so leicht ist, wenn entgegen jeder Erwartung gerade die Hütte brennt, ist es sinnvoll, einen Krisenplan zu entwerfen.

Dieser regelt folgende Fragen:

  • Wer ist betriebsintern dein Ansprechpartner bei einem Shitstorm?
  • Wie läuft die Kommunikation im Falle eines Shitstorms?
  • Wer übernimmt die Kommunikation?
  • Welche Inhalte dürfen im Krisenfall geteilt und veröffentlicht werden?

Es gibt Tools wie Talkwalker, die dabei helfen können, aufkommende Shitstorms aufzuspüren und durch gezieltes Community-Management zu entschärfen. Dabei werden Erwähnungen deiner Marke aufgespürt und das Sentiment gemessen. Also, ob über dich positiv, negativ oder neutral gesprochen wird. Diese Technik ist jedoch leider teuer. Ob das für dich infrage kommt, musst du hier selbst entscheiden.

Wie finde ich die richtigen Social-Media-Kanäle?

Es gibt nicht den einen Kanal, der dich zum Erfolg führt. Die Frage ist eher, in welchem Feld bin ich unterwegs und wo finde ich meine Zielgruppe. Dazu lehnt es sich, sich die jährliche ARD/ZDF-Medienstudie anzuschauen. Dort erhältst du eine Auswertung des Nutzerverhaltens in Deutschland.

Damit du dich schon mal grob orientieren kannst, gebe ich dir hier einen ersten Überblick:

ZielGeeignete Plattform
B2B & ExpertenstatusLinkedIn
Lokale UnternehmenInstagram & Facebook
Junge ZielgruppenTikTok
Tutorials & WissensvermittlungYouTube
MarkenaufbauLinkedIn & Instagram

Was ich dir hier an die Hand gebe, ist eine Näherung an deine Zielplattform. Schau auf jeden Fall auf die Medienstudie, denn manches ist auch Definitionssache.

Wenn du einen 60-Jährigen nach „junger Zielgruppe“ fragst, setzt er eventuell anders an als ein 25-Jähriger.

Wie erstelle ich ein gutes Social-Media-Profil?

Ich werde dir zum einen verraten, was für dein erstes Social-Media-Profil wichtig ist, und auch, worauf du bei einem Content-Ökosystem achten solltest.

Dein erstes Social-Media-Profil

Bei Profilen gibt es zwei Ansätze. Den ersten würde ich als Algorithmusgetrieben betrachten. Du baust ein Profil, in dem ersichtlich wird, wer du bist und was du dem Betrachter bietest. Hier lässt du dich von Algorithmus und dem erstellten Content treiben.

Ich selbst wähle für mich einen anderen Ansatz und den empfehle ich dir auch. Achte auf Social-SEO. Das heißt, du beachtest die Möglichkeit, dass Menschen Social Media als Suchmaschine nutzen.

Als Beispiel nenne ich dir meine zwei Social-Kanäle Instagram und LinkedIn.

Bei Instagram möchte ich auf den Suchbegriff „Online-Marketing“ gefunden werden. Warum? Ich teile Content für Einsteiger und Interessierte im Marketing. Wenn man ins Online-Marketing einsteigt, kennt man eher diesen Überbegriff als die einzelnen Marketing-Formen.

Dass ich Content-Marketing betreibe, erkennst du, wenn du mir folgst. Wenn du aber noch nicht weißt, was das ist, wirst du auch nicht danach suchen.

Bei LinkedIn hingegen steht weit am Anfang, dass ich Content-Marketing betreibe. Denn auf diesem Kanal suchen Arbeitgeber Menschen, die für ihr Unternehmen das Content-Marketing übernehmen.

Das Bild zeigt Martins Arm, der auf den Monitor zeigt. Dort wird sein LinkedIn-Profil angezeigt.

Im Info-Bereich beschreibe ich mein Content-Labor und dass ich hier Content für Anfänger und Interessierte im Online-Marketing teile.

Dein Social-Media-System

Wahrscheinlich siehst du gerade die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten bei meinen Kanälen.

Worauf du unbedingt achten solltest, ist eine konsistente Botschaft auf all deinen Kanälen:

  • Wer bist du?
  • Wofür stehst du?
  • Was machst du?

Wenn du darauf achtest, schaffst du dir eine ansprechende Personal Brand, die über alle Kanäle konstant bleibt und deiner Zielgruppe ein Stück Sicherheit gibt. Denn wenn man überall weiß, wofür du stehst, vertraut man dir.

Gleichzeitig hilft dir das langfristig, um in KI-Suchsystemen ausgespielt zu werden.
Gemini, Perplexity, ChatGPT & Co. betrachten all deine Kanäle und wenn das Bild konsistent und stimmig ist, geben sie dich als Experten in deinem Bereich aus.

Vielleicht hilft dir der Gedanke ans Dating, um das besser zu verstehen: Mixed Signals sind nichts, was sich gut anfühlt und Vertrauen fördert. Also betrachte deinen Online-Auftritt einfach als ein Date mit der Suche der Zukunft.

Mein Praxis-Tipp: Schmeiß Screenshots deiner Kanäle in eine KI deiner Wahl und arbeite eine saubere Konsistenz aus.

Welche Technik brauche ich für Social Media?

Das Schöne bei Social Media ist, dass der Content kurzlebig ist und authentisch sein sollte. Das bietet dir die Chance, richtig schön Low-Budget zu starten.

Nachdem 2025 der Feed eine Mischung aus Hochglanz und KI-Flut war, zählt inzwischen wieder der echte Eindruck. Das heißt für dich: Du brauchst nicht viel Technik:

  • Ein Handy mit einer vernünftigen Kamera.
  • Ein Mikrofon.
  • Ein Stativ
  • Licht
  • (gegebenenfalls) ein Gimbel

Das Bild zeigt eine günstige Social-Media-Technikausstattung. Ein Gimbel, Mikrofone, ein altes Licht und ein altes Stativ auf einem Holztisch liegen.

Da der Content schnell alt wird und es auf Authentizität ankommt, kannst du vieles mit einer halbwegs vernünftigen Handy-Kamera filmen. Als Apple-Jünger geht mein Tipp da Richtung iPhone 12 oder besser.

Ein schlechter Ton wird vom Betrachter eher vergeben als schlechtes Bild. Deshalb ist mein Tipp hier ein vernünftiges Bluetooth-Mikrofon. Ich selbst finde hier ein DJI Mic Mini vollkommen in Ordnung und es ist auch refurbed günstig zu bekommen.

Wenn du nicht immer im Selfie-Format filmen möchtest, lohnt sich definitiv ein Stativ.

Auch wenn der Content auf Social Media schnell vergänglich ist, kann eine vernünftige Beleuchtung Sinn ergeben. In dunklen Räumen zum Beispiel oder wenn du morgens oder abends Aufnahmen machst.

Solltest du viel in Bewegung filmen, ist eventuell ein Gimbel etwas für dich. Auch hier hat DJI-Produkte mit einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Zum Beispiel das Osmo 7P. Das hat den Vorteil, dass deine Reels nicht so wirken wie der Horrorfilm „Blair Witch Project“.

Mein persönlicher Praxis-Tipp: Bevor du dir alles neu kaufst, frag mal in deinem Bekanntenkreis, was sich eventuell in Kellern oder Garagen versteckt, und zieh refurbed Artikel in Betracht. So sparst du Kosten.

Welche Programme brauche ich für Social Media?

Du kannst richtig schön Basic mit zwei Programmen starten. Nämlich mit CapCut und Canva. Beide Programme gibt es in einer Free- und in einer Paid-Version.

Mit Canva kannst du Grafiken erstellen und CapCut eignet sich hervorragend für Videoschnitt. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, mit Canva Videos zu schneiden, der Funktionsumfang bei CapCut bietet jedoch deutlich mehr.

Schau dir bei beiden Programmen jedoch die AGB an. Ich habe ein OMR-Seminar zum Thema Vertical Video mit CapCut gemacht und fand einen Punkt sehr interessant:

CapCut bietet dir die Möglichkeit, den Videoschnitt mit Soundeffekten zu unterlegen, um einen deutlicheren Effekt beim Nutzer zu erzeugen. Dazu bringt das Programm lizenzfreie Soundeffekte mit. Aber: Die Soundeffekte sind nur für TikTok lizenzfrei Wenn du dich hier rechtlich absichern möchtest, lass es einfach weg. Auch hier gilt wieder, dass das keine Rechtsberatung ist.

Wenn du mehrere Kanäle mit einer gewissen Größe hast, kann sich ein Tool wie Hootsuite oder Buffer lohnen. So kannst du alle Posts und Kanäle mit einem Tool verwalten, ohne dauernd zwischen unterschiedlichen Plattformen wechseln zu müssen.

Was kostet Social-Media-Marketing?

Wie du sicher erkannt hast, kann der Start recht günstig werden. Du kannst mit kostenfreien Tools arbeiten und erzielst erste Ergebnisse in den Bereichen Reichweite und Vertrauensaufbau. Das Einzige, was du da zahlst, ist deine Arbeitszeit.

Wenn du Canva oder CapCut jeweils die Pro-Variante kaufst, bist du über das Jahr gerechnet je nach Angebot zwischen 300,00€ und 400,00 €. Das hängt von der Zahlweise ab (monatlich oder jährlich) oder davon, ob du ggf. ein Rabattangebot erwischst. Bitte beachte, dass das ungefähre Angaben sind und sich Preise ändern können.

Etwas teuer wird es dann, wenn Hootsuite oder Buffer hinzukommen. Hier bist du dann bei mehreren Programmen in Summe schön über 100,00€ plus deiner Arbeitszeit pro Monat.

Welchen Content und welche Formate soll ich auf Social Media posten?

Manchmal habe ich das Gefühl, die Formate, die ziehen, ändern sich schneller, als wir gucken können. Deshalb gebe ich dir hier einen pragmatischen Praxistipp:

Öffne Perplexity und prompte: „Du bist Marketingexperte und berätst mich zu Content-Formaten. Welcher Content funktioniert aktuell auf Plattform XYZ am besten?“

Perplexity ist eine Suchmaschine, die wie ein Chatbot funktioniert. Du bekommst hier Links zu dem, was aktuell am besten funktioniert. Klick da drauf und schau, wie du den Input auf dein Unternehmen überträgst.

Vergiss nur nicht, dass das Ganze bei der nächsten Algorithmusänderung wieder anders aussehen kann.

Wie viel Zeitaufwand ist Social-Media-Marketing?

Die Antwort ist ein wenig von deiner Erfahrung, der Plattform und den genutzten Tools abhängig. Wenn du als Anfänger alles von Hand machst, brauchst du länger, als wenn du KI nutzt und Routine hast.

Wenn du zum Beispiel einen spannenden Artikel im Internet findest, kannst du ChatGPT nutzen, um den Inhalt auf dein Unternehmen zu übertragen und dir daraus 10 Post-Ideen liefern zu lassen. Das geht schneller, als wenn du dir 10 Ideen selbst ausdenkst.

Auf der anderen Seite ist es sicherlich ein wenig mehr Zeit, die du für einen guten Business-LinkedIn-Post aufwendest, als für eine Instagram-Story, in der du persönliche Einblicke teilst.

Hier ist mein Rat: Vergleiche dich nicht mit anderen und schau nicht auf Zeitfenster. Du wirst schneller und es wird leichter. Was heute 45 Minuten dauert, ist in einer Woche in 30 Minuten fertig. Also entspann dich und sieh es als Lernfeld, in dem du deiner Zielgruppe begegnest.

Wenn dich dieser Artikel neugierig gemacht hat, was du sonst noch für digitale Marketingchancen hast, dann schau dir unbedingt meinen Artikel „Online-Marketing für KMU“ an. Dort findest du einen Überblick über aktuelle Marketing-Möglichkeiten.